Kein Tag wie jeder andere

„Leitstelle“ steht in kleinen schwarzen Buchstaben an der Türe im Betriebsgebäude Markomannenstraße 1. Dahinter blickt Rainer Kappl auf eine Reihe von Monitoren, die ihm den „Live View“ auf alle neuralgischen Punkte in der Stadt ermöglichen. Vor ihm liegt ein aufgefalteter Plan, penibel trägt er die Fahrerbelegung und  die Buszuteilung ein. Über Funk meldet sich gleichzeitig einer der Fahrer, berichtet von einem „kleinen Problem“ auf der Strecke. Die Leitstelle wird es lösen wie alle anderen Unwägbarkeiten auch, ob kurzfristige Ausfälle von Buslenkern wegen Krankheit, ein Zwischenfall oder ein überraschender Wintereinbruch, der die Straßen in Rutschpartien verwandelt. Die Leitstelle in der Markomannenstraße steht im Winter mit dem städtischen Räumdienst in direktem Kontakt, kann außerdem auf das RVB-eigene Räumfahrzeug zugreifen, um bei starken Schneefällen den Fahrbetrieb möglichst aufrecht zu erhalten. Von hier aus können Polizei oder Rettungsdienst in Sekundenschnelle alarmiert werden und kann der Fahrplan bei Verzug wieder richtig getaktet werden, um den Kunden eine möglichst zuverlässige Beförderung zu garantieren.

Wie pünktlich die Busse unterwegs sind, kann der Fahrgast an den digitalen Informationstafeln direkt an den Wartehäuschen minutengenau ablesen. Auch dafür ist die Leitstelle zuständig. Kappl und seine fünf Kollegen teilen sich in drei Tagesschichten diese verantwortungsvolle Aufgabe. Ihr Job hat bereits begonnen, wenn um 4.59 Uhr der erste Bus der Linie 6 das Betriebsgelände verlässt und dauert bis um 0.35 Uhr, wenn der letzte Bus der Linie 1 dort einfährt. Von da an bis zum nächsten Morgen „gehört“ das Betriebsgelände dem Wachpersonal, das für die entsprechende Sicherheit auf dem Omnibusbetriebshof sorgt.